Manchmal reicht eine Ortsangabe beim richtigen Namen und dem richtigen Datum auf den Seiten von familysearch und plötzlich hat man Familie in Böhmen mit kleinem Schloss und Landgut, einen Professor Dr. an der Havard Medical School in Boston mit Foto (auch von seiner in Athen geborenen Frau), eine Spinnerei mit Tradition und Bilderbuchgeschichte und einen Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrates von Österreich. Ich bin verzückt!
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Montag, 17. August 2015
Sonntag, 10. August 2014
Ahnengetümmel
Meine (angeheiratete) Tante hat mir aus der Schweiz Ansätze eines Stammbaumes und zwei Briefe in Sütterlin geschickt. Die Briefe zu "übersetzen" hat wieder Spaß gemacht. Beide müssen ca. 1911 geschrieben worden sein. Der eine handelt von einer Familienstreitigkeit, der andere ist ein Kondolenzbrief.
Ihren Familienzweig hatte ich bisher noch nie betrachtet, da wurde es einmal Zeit dazu. Bei den Stammbaum-Ansätzen ist mir nun etwas passiert, was ich bisher noch nie hatte. Im Internet bin ich auf eine Seite gestoßen, wo weite Zweige der Familie bis 1520 schon vollständig erforscht sind. Ich bin hier nur am abschreiben und eintippen, fast ein wenig unheimlich. Die Kinder der Nebenlinien lasse ich schon weg, sonst werde ich niemals fertig.
Bei meiner Familie muss ich jede Person mühselig aus den Kirchenbüchern heraussuchen, nur sehr selten gibt es einmal einen glücksgriff, der mich im Galopptempo weiter bringt.
Momentaner Stand des Stammbaumes: 2.418 Personen
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Freitag, 16. Mai 2014
Grenzübergang
Seit einigen Wochen bin ich in einem Familienzweig auf Ahnensuche nun nicht mehr in Schlesien, sondern in Mähren gelandet. Auch wenn es nur ein Hopser über die Grenze ist, so fühlt es sich doch noch sehr ungewohnt an, die Kirchenbücher von dort zu lesen. Eine tolle Einrichtung übrigens! Man kann sich praktisch von der Couch aus im eigenen Tempo, und so oft man möchte, durch die Bücher wühlen.
Der Ablauf ist im Prinzip immer gleich:
Man hat den Geburtsort und das Geburtsdatum, sowie (ganz wichtig) die Konfession eines Vorfahren und sucht nun den Geburtseintrag bei den Taufen des entsprechenden Jahres. So erhält man zumindest den kompletten Namen des Vaters und den Vornamen der Mutter. Es gab auch sehr ordentliche Pfarrer, die auch den Mädchennamen der Mutter angaben, die Hausnummer des Wohnhauses, die Großeltern, Paten und Taufzeugen, den Beruf des Vaters und vielleicht auch, um das wievielte Kind des Paares es sich handelt. Das ist Luxus.
Realität ist eher, dass man sich nun von Jahr zu Jahr nach vorn und nach hinten durch das Buch hangelt und möglichst viele Geschwister aufspürt. Dort können dann manchmal zusätzliche Informationen gefunden werden.
Wenn man Glück hat und die Eltern blieben immer im Ort wohnen, kann man so durch das Geburtsdatum des ältesten Kindes den spätest möglichen Zeitpunkt der Hochzeit ermitteln. Nun schaut man in den Kirchenbüchern der Eheschließungen nach und findet mit noch etwas mehr Glück die Hochzeit. Sie kann aber auch im Geburtsort der Braut stattgefunden haben. Durch die Herkunft der Taufpaten der Kinder bekommt man manchmal einen Hinweis auf diesen Ort. Also: Alles aufschreiben, denn man kann nie wissen, wann es einmal weiter helfen kann.
Bei dem Eintrag der Hochzeit steht meist, ob die Brautleute ledig oder schon verwitwet waren, aus welchem Ort sie sind und auch das Alter, sowie die Eltern (oder zumindest der Vater) und ob diese noch am Leben sind. Auch hier empfiehlt es sich, die Beistände bzw. Trauzeugen aufzuschreiben.
In den Büchern über die Beerdigungen muss man natürlich auch schauen, das Bild setzt sich aus der Sammlung aller verfügbaren Lebensdaten zusammen.
Warum ich zur Zeit öfter vor mich hin fluche:
- der Schreiber der Bücher verliert sich in sehr, SEHR kreativem Latein (1740 war das anscheinend "in"). Manchmal werden nur sehr kreativ lateinisierende Endungen angehängt und wo man das richtige Wort nicht kennt, muss eben das Deutsche herhalten.
- die Daten stimmen nicht überein, bzw. fehlen ganz.
- das Alter der Brautleute ist falsch ausgerechnet und man sucht einige Jahre im "off" nach der Geburt.
- beim Sterbeeintrag steht "das Kind des xy", nur leider hatte er so um die 14 Kinder, welches ist also gemeint? Besonders toll, wenn zu dieser Zeit z. B. wieder parallel drei Josephs mit dem gleichen Nachnamen im Ort wohnten. Joseph, Johannes, Rosalia, Rosina, Elisabeth, Anna und Maria waren der Renner unter den Vornamen. Wenn ein Kind starb, bekam das nächste manchmal den gleichen Namen wieder zugelegt. so kommt es dann zu drei Johannes in Folge, bis endlich einmal einer überlebt. Oder der Name des Vaters oder der Mutter bekam jeweils einen Rufnamen angehängt. Oder der erste Vorname war immer Maria.
- der Nachname ist ganz, ganz anders geschrieben, als es jeder andere vernünftige Mensch schreiben würde und deswegen liest man viermal darüber hinweg.
- die Schrift ist so unleserlich, dass man sich nur durch Buchstabenvergleich über mehrere Seiten hinweg von Wort zu Wort hangeln kann.
- die Einträge sind so minimalistisch, dass man sich fragt, warum er überhaupt etwas aufgeschrieben hat (es sei denn, um Familienforscher dreihundert Jahre später komplett zu verwirren. Vermutlich kippt der betreffende Kirchenbuchschreiber gerade wieder vor Lachen von seiner Wolke.)
- der Eintrag hört mittendrin auf, oder Teile davon sind ohne Angaben von Gründen gestrichen.
- der Vermerk über das neue Jahr und den Namen mit allen Titeln des Schreibers ist mit so viel Tinte großflächig und sehr schnörkelig und ausgefallen über eine ganze Seite verteilt, so dass man die Einträge auf der Rückseite kaum entziffern kann.
usw. usw.
Und trotzdem ... es macht riesig Spaß! :o)
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Mittwoch, 2. April 2014
Ahnengalerie
Bei meinen familiengeschichtlichen Forschungen (neuer Stand: 2.000 Personen) sind auch einige wenige wunderschöne Schwarzweißfotos aufgetaucht, die nun nach und nach eingescannt, gedruckt und gerahmt werden. Noch sieht es mit zwei Fotos ein wenig mager aus, aber mit der Zeit werden noch einige Bilder dazu kommen. Auf der Rückseite sind kleine Schildchen angebracht, so dass man im Notfall gucken kann, wer zu sehen ist. Eines der Bilder zeigt die Oma des Hausherren am Tage ihrer Kommunion ca. 1930. Ich habe sie sofort darauf erkannt, auch wenn ich sie erst kennengelernt habe, als sie schon über 70 Jahre alt war. Man konnte das junge Mädchen noch immer in ihr sehen, auch als sie schon fast neunzig war.
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Freitag, 15. November 2013
Kirchenbuch 1898
Manchmal wird man beim Lesen der Kirchenbücher von Geburten oder wie in diesem Fall der Eheschließungen mit für heutige Verhältnisse amüsanten Randbemerkungen belohnt.
Hier die Übersetzung:
Die Titel Junggesell und
Jungfrau waren nicht
berechtigt, wie die sechs
Monate nach der Eheschlie-
ßung erfolgte Geburt
eines kräftigen Kindes
bewies.
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Montag, 21. Oktober 2013
1066
Wilhelm der Eroberer an England rächte sich
Schlachtfeld von Hastings 1066.
Schlachtfeld von Hastings 1066.
Kennt Ihr den Merksatz noch? Bei mir geht es aber um keinen Wilhelm, sondern um Antons, Marias, Elisabeths, Rosinas, Annas, Ignatze und Johanns in rauen Mengen. Mein Ziel für Ende des Jahres waren ja die Tausendergrenze bei meinen Familienforschungen zu knacken. Es ist Oktober und ich bin schon weit darüber hinaus gekommen.
Momentan forsche ich gerade in den Kirchenbüchern von Niederschwedeldorf in Schlesien. Mein Highlight des heutigen Tages war die Hochzeit von einem Ur-ur-usw.-Großelternpaar im Jahre 1707.
Die Sterbefälle sind weniger erbaulich, eine Urahnin ist bei einer Cholera-Epidemie umgekommen und es ist traurig, wie viele Kinder schon in den ersten Lebensjahren starben.
Es sind mir beim Lesen einige Familien aufgefallen, in denen die Frau über zwanzig und mehr Jahre hinweg mit gleichbleibender Regelmäßigkeit jedes Jahr ein Kind bekam und meist auch wieder verlor.
Diese Zeit liegt erst ca.100 Jahre zurück, aber irgendwie haben sich die Lebensumstände der Menschen so sehr geändert, dass man meinen könnte, es wären viel mehr Jahre.
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Donnerstag, 26. September 2013
Kanzleischrift
Mittlerweile bewege ich mich bei der Familienforschung immer öfter in Kirchenbüchern, die jenseits der Sütterlinschrift liegen, nun will die Kanzleischrift gelernt sein. Hier ist eine sehr gute Übersicht dazu: Kanzleischrift
Die Beispiele helfen sehr. Während manche Pfarrer damals in Schönschrift geschrieben haben, gibt es andere, die sich in Schleifen und Schnörkeln verlieren und wieder andere, die mit kratzender Feder die Texte hingeschludert haben. Der Pfarrer von meinem heute Morgen aufgefundenen Eintrag war einer der ordentlichen Sorte. Obwohl ich noch sehr ungeübt bin, konnte man den Text bis auf zwei Wörter flüssig lesen. Das eine heißt "Bauer", bei dem anderen rätsele ich noch. Namen sind schwieriger, wegen den unterschiedlichen Schreibweisen und man darf nichts vermuten, sonst zieht sich der Lesefehler wie ein Rattenschwanz durch die nachfolgende Forschung.
Die Beispiele helfen sehr. Während manche Pfarrer damals in Schönschrift geschrieben haben, gibt es andere, die sich in Schleifen und Schnörkeln verlieren und wieder andere, die mit kratzender Feder die Texte hingeschludert haben. Der Pfarrer von meinem heute Morgen aufgefundenen Eintrag war einer der ordentlichen Sorte. Obwohl ich noch sehr ungeübt bin, konnte man den Text bis auf zwei Wörter flüssig lesen. Das eine heißt "Bauer", bei dem anderen rätsele ich noch. Namen sind schwieriger, wegen den unterschiedlichen Schreibweisen und man darf nichts vermuten, sonst zieht sich der Lesefehler wie ein Rattenschwanz durch die nachfolgende Forschung.
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Freitag, 5. Juli 2013
Und jetzt ...
... Ferien! Endlich! Die Kinder haben wieder gute Zeugnisse nach Hause gebracht und dazu jede Menge neue Schulbücher, alte Hefthüllen, Zeichenblöcke, Kunstkisten, Formulare, Elternbriefe, knittriges Konzeptpapier, vollgeschiebene Hefte und anderes, bisher Unerforschtes, bunt durcheinandergewürfelt. Das werden wir demnächst sortieren, bevor es sich als historisch interessantes Sediment in den Schulrucksäcken manifestieren kann. Aber heute nicht, nee.
Latein hat sich für den Großen nun erledigt, Physik auch. Wir werden beidem nicht nachtrauern.
Dafür gibt es Englisch und Informatik als LK.
Passend zum Ferienbeginn ist ein richtig tolles Wetter und die Sonne scheint durch die frisch geputzten Fenster (das muss ich extra erwähnen, den Fensterputzen ist mit eines der döfsten Kapitel der Hausarbeit).
Heute war ein Umschlag von der Württembergischen Landesbibliothek in der Post: Die erwarteten Kopien der Grabrede eines Urururgroßvaters von mir, der Stadtschultheiß in Weinsberg war und zwölf Kinder hatte. Eines davon ging nach Schlesien, wo sich nach der Geburt meines Ururgroßvaters die Spur verliert.
In Polen werden jetzt nach und nach die Archive digitalisiert. Nun brauche ich eine großzügige Portion Geduld, vielleicht werde ich eines Tags dann doch noch fündig.
Latein hat sich für den Großen nun erledigt, Physik auch. Wir werden beidem nicht nachtrauern.
Dafür gibt es Englisch und Informatik als LK.
Passend zum Ferienbeginn ist ein richtig tolles Wetter und die Sonne scheint durch die frisch geputzten Fenster (das muss ich extra erwähnen, den Fensterputzen ist mit eines der döfsten Kapitel der Hausarbeit).
Heute war ein Umschlag von der Württembergischen Landesbibliothek in der Post: Die erwarteten Kopien der Grabrede eines Urururgroßvaters von mir, der Stadtschultheiß in Weinsberg war und zwölf Kinder hatte. Eines davon ging nach Schlesien, wo sich nach der Geburt meines Ururgroßvaters die Spur verliert.
In Polen werden jetzt nach und nach die Archive digitalisiert. Nun brauche ich eine großzügige Portion Geduld, vielleicht werde ich eines Tags dann doch noch fündig.
Mittwoch, 30. Januar 2013
Wetterwechsel
So sah unser Futterhäuschen noch vor wenigen Tagen aus: Mit schickem Schneemützchen.
Nun hat es getaut und es regnet immer wieder vorfrühlinghaft vor sich hin. Die zentimeterdicke Eisschicht ist von den Straßen verschwunden und das Schneeräumen als die erste Amtshandlung vor dem Frühstück ist erstmal gestrichen.
Übermorgen gibt es hier in Hessen schon Halbjahreszeugnisse. Außerdem gibt es neue Stundenpläne und andere Änderungen. Wir wissen schon, dass zwei Lehrerinnen wechseln werden, in Mathe und Chemie.
In der Familienforschung gibt es fast jeden Tag neue Überraschungen, das ist spannend und momentan warte ich auf die Antwort auf drei oder vier Anfragen an Museen und Archive, die weitere bisher verschüttete Informationen zu Tage bringen könnten.
Die Spuren führen zum ersten Mal nach Böhmen und Mähren oder vielleicht nach Frankreich, die interessanteste aber geht nach Wien. Wenn die sich als richtig herausstellt, dann ist eines der Familiengeheimnisse gelöst, an dem ich jetzt seit einem halben Jahr recherchiert habe.
Apropos Recherche, eigentlich sollte ich längst schon mehr für zwei Beiträge für das neue Jahrbuch des Heimatvereins geschrieben haben. Aber die Stapel der gesammelten Informationen wird nur immer höher und ich habe noch keinen Buchstaben geschrieben, dafür aber viel gelesen und herausgefunden. Allerdings fehlen noch ein paar Knackpunkte, die ich vielleicht noch diese Woche herausfinde, falls ich die richtigen Ansprechpartner erreiche.
Und, ja ... da war noch sowas wie Hausarbeit ... glaub ich.
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Garten+Natur
Samstag, 29. September 2012
Jepp!
Eben habe ich noch einen Leseversuch gestartet und hoppla! plötzlich war es überhaupt nicht mehr schwer zu lesen. August Zanger ist Bureau-Vorsteher von hier. Die alte Schreibweise hat mich etwas aus dem Konzept gebracht, dabei hätte ich daran denken sollen, daß man um 1880 das eine oder andere französische Wort verwendet hat. Diesmal lag es also nicht an der Handschrift des Pfarrers (schön hat er geschreiben) sondern an meiner eigenen Dubbeligkeit.
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